Geschichte

SAGE ÜBER DEN MARKT ST. VEIT

Es begann mit einem Jagdunfall – Hundegebell, Hörnerklang, Pferdegetrampel. Der Jagdgesellschaft voraus eilt auf seinem Gaul der ungestüme junge Veit. Steil geht es die waldigen Berglehen hinan. Unten im Tal schlängelt sich glitzernd das Band des Gölsenflußes. Nur mit Mühe kann der Vater des Jungen, der Ritter vom Staff, dem Sohne folgen. Jäh hält dieser an. Vor ihm steht unbewegt ein riesiger Hirsch und trägt sein kapitales Geweih trotzig empor. Nur einen Augenblick hält der Knabe betroffen inne, dann zückt er seinen Sperr und stürmt auf die lockende Beute los. Die Waffe trifft, aber der Hirsch wird nur verletzt; plötzlich senkt er das Geweih und rast blindwütig auf den jungen Jäger los. Dem Vater stockt der Atem. Wild gabelt der Hirsch den Knaben auf und stürzt ihn durch Gestrüpp und Unterholz talwärts. Der Ritter fällt aufs Knie "heiliger Veit, Patron meines Kindes, rette es, und ich baue dir zum Dank eine Kirche", kommt es von seinen Lippen. Dann folgt er in wildem Lauf der blutigen Fährte. Auf einer Insel unten im Flußbett der Gölsen findet er den Knaben. Zerschunden, aber am Leben. Voll Dankbarkeit über die Errettung des Kindes löst er das Gelübde ein. Diesem Vorfall soll St. Veit an der Gölsen der Sage nach seinen Ursprung verdanken.