Landschaft-Natur

Landschaft-Natur

Landschaft - Natur - Geschichte

(von Dir.Bernhard Baumgartner)

Der Markt St. Veit liegt am Fuß der Staffspitze in einer Engstelle des Gölsentals. Diese Talfurche verbindet über die Triesting das westliche Alpenvorland mit dem östlichen Wiener Becken. Bei Wiesenfeld und Rainfeld weitet sich der Talboden, und langgestreckte Seitengräben ziehen in die angrenzenden Berge: Im Norden erstreckt sich der aus Sandsteinen und Mergelschiefern aufgebaute Wienerwald, mit Steinwandleiten (Stockerhütte) und Kukubauerhöhe und einer dazwischen knapp unter 700 m Höhe durchlaufenden Kammfläche. Der abwechslungsreiche Landschaftseindruck setzt sich auch im Süden, in die Kalkvoralpen hinein fort - Wiesen und Weideland, Hecken und Waldstreifen rings um die Fluren der verstreuten Einzelhöfe. Dort aber steigen die Berge mit geschlossenen Wäldern bald über 1000 m an. Bevor sie schließlich auf Reisalpe (1399 m) und Hinteralm die ersten Höhepunkte der Voralpen erreichen, findet man auf dem Ebenwald und der Klostereben noch bergbäuerlich besiedelte Hochflächen.

Auch hinsichtlich der Tierwelt bildet die Gölsen eine auffallende Grenzlinie. So überwiegt nördlich davon, im Wienerwald, das Rehwild, und sogar das Wildschwein tritt hier auf. Südwärts in die Alpen hinein liegt hingegen das Gebiet von Hirsch und Gemse. Am auffälligsten ist das seit einigen Jahren häufige Auftreten von Wasservögeln entlang der Gölsen und ihrer Seitenbäche (Graureiher und sogar der seltene Schwarzstorch).

Die Pflanzenwelt hingegen ist von typischen Übergängen geprägt. Der Wienerwaldsaum zeigt noch teilweise den Charakter der Hügelstufe mit Eichen, Edelkastanien und Edelobstbau. Die Voralpen werden vom Bergwald der montanen Stufe bestimmt, wo an felsigen Stellen sogar noch subalpine Pflanzen auftreten können (z.B. Aurikel). Besonders reizvoll zeigt sich die Blütenpracht sparsam bewirtschafteter, von Kunstdünger und Herbiziden verschonter voralpiner Bergwiesen mit Türkenbund, Feuerlilien und mehreren Orchideenarten.

Höchst bemerkenswert ist auch das Hereinreichen pannonischer Elemente vom östlichen Alpenrand, etwa Immenblatt, Felsenbirne und Waldsteppen-Windröschen!