Gründungssage

Die Gründungssage

 

 

Der Ritter von Staff ins Jagdhorn stieß,

Dass tief es scholl in die Lande;

Die Knappen griffen zu Bogen und Spieß

Und lösten die Rüden vom Bande.

 

„Hallih, Hallihoh, zur lustigen Pirsch!“

Rief jauchzend des Ritters Knabe,

„Mein Sperr soll treffen den flüchtigen Hirsch,

Wie windesschnell er auch trabe!“

 

Die Rüden spürten des Hirsches Spur,

Der Knab`ersah ihn zur Beute;

Er schleudert den Spieß und verwundet ihn nur,

Doch wieder stellt ihn die Meute.

 

Da gabelt er auf den Knaben wild,

Und rast durch die dornigen Loden.

Der Vater starrt, des Entsetzens Bild,

Dann sinkt er kniend zu Boden.

 

„Patron meines Kindes, heiliger Veit,

Den einzigen Sprossen mir rette,

So sei dir zum Danke ein Tempel geweiht,

Erbaut auf der glücklichen Stätte!“

 

Dann stürmt er zu Tal in bebendem Lauf,

Geführt von der blutigen Fährte;

Da rief ihm sein Kind aus den Tiefen herauf

Und Hoffnung den Vater verklärte.

 

Am Wird, inmitten der Gölsen, fand

Sein Söhnchen gerettet der Ritter.

Ein Tempel alsbald darauf erstand

Zum Danke St. Veit, dem Erbitter.